Mehr Anerkennung und angemessene Löhne

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) plant, die Pflegeberufe attraktiver zu machen. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld und eine moderne Ausbildung. „Was Pflegefachkräfte und Pflegehilfskräfte täglich leisten, verdient höchste Anerkennung und Respekt“, würdigte Schwesig die Arbeit von Pflegekräften am „Tag der Pflege“ – und sagte „Danke!“.

Mehr Unterstützung für werdende Mütter

Schwangere und Stillende werden künftig besser unterstützt. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) modernisiert den Mutterschutz. In Zukunft profitieren auch Schülerinnen und Studentinnen. Schwesig: „Das Gesetz war veraltet – wir bringen es auf die Höhe der Zeit.“
Foto: Manuela Schwesig bei einer Rede Foto_Marco Urban

„Wer abwartet hat schon verloren“

Der Regine-Hildebrandt-Preis geht an zwei Projekte, die praktische Unterstützung von Jugendlichen, Integration und Begegnung unterschiedlicher Kulturen verbinden. Erstmals wurde auch ein Ehrenpreis verliehen – an einen Mann mit „besonderem inneren Kompass“, wie SPD-Chef Sigmar Gabriel in seiner Laudatio betonte.

Gestern Abend wurde im Willy-Brandt-Haus zum 14. Mal der Regine-Hildebrandt-Preis verliehen. In diesem Jahr erhielten zwei Initiativen den mit 20.000 Euro dotierten Preis: das Begegnungszentrum Wittenberg West und der Verein Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück e.V.. Den Ehrenpreis, der anlässlich des 25. Jubiläums der deutschen Einheit zum ersten Mal vergeben wurde, erhielt der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe. Mit dem Ehrenpreis werden das Lebenswerk sowie herausragende Verdienste gewürdigt.

Manuela Schwesig, Jury-Vorsitzende des Hildebrandt-Preises, sagte in ihrer Begrüßung: „Manfred Stolpe und Regine Hildebrandt haben Seite an Seite die deutsche Einheit gestaltet.“ Es sei das menschliche Miteinander, welches Einheit schaffe und dafür seien die beiden ostdeutschen Politiker das beste Beispiel gewesen.

In seiner Laudatio erinnerte SPD-Chef Sigmar Gabriel an die Worte Helmut Schmidts über seinen Freund Stolpe: „Sein innerer Kompass hat stets in die richtige Richtung gewiesen.“ Gemeinsam seien Stolpe und Hildebrandt während der Wende zwei – sehr unterschiedliche – Stimmen gewesen, die in einer für viele Menschen unsicheren Zeit „Halt und Orientierung boten“. Was hätte Regine Hildebrandt heute, angesichts der Unsicherheiten in der Flüchtlingssituation, gesagt? „Brandenburg hat das ‚Wir’ immer größer geschrieben als das ‚Ich’.“ Dass man praktisch helfen müsse, sei für Hildebrandt immer klar gewesen, so Gabriel – ihr Motto lautete: „Wer abwartet, hat schon verloren.“

Manfred Stolpe erinnerte sich in seiner Dankesrede an verschiedene Situationen, in denen Regine Hildebrandt auf ihre typisch anpackende Art Probleme anging und Lösungen fand. So etwa zu Helmut Kohl: „Herr Kanzler, wissen Sie, was im Osten los ist?“ Kohl, so Stolpe, konnte nicht weglaufen, holte sich seinen Arbeitsminister Norbert Blüm zur Unterstützung – und der wurde dann direkt von Hildebrandt ins Gebet genommen. „Regine Hildebrandt ist in den Herzen der Menschen“, so Stolpe.

Ausgezeichnet wurden neben Stolpe auch zwei Projekte, die Ausbildung und Begegnung für und zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Flüchtlingen organisieren – und damit auch einen wichtigen Beitrag für gute Integration leisten. Ausländerhass, unterstrich der Vorsitzende des Forums Ostdeutschland, Wolfgang Tiefensee, dürfe man sich nicht bieten lassen – und die beiden Projekte hätten jeweils eine eigene Antwort auf solche Ressentiments gefunden.

Der Verein „Berufliches und Soziales Lernen im Hunsrück“ betreibt eine gemeinnützige Ausbildungsstätte, die es jungen Menschen ermöglicht, ins Tischlerhandwerk einzusteigen. Zielgruppe sind Jugendliche in schwierigen Lebenslagen, dazu gehören auch Flüchtlinge. Zur Preisverleihung kamen zwei der momentan acht Auszubildenden, sie stammen aus Afghanistan. Das Begegnungszentrum Wittenberg West betreibt seit 2010 einen Nachbarschaftstreff, zu dem mittlerweile auch viele Flüchtlinge aus Syrien kommen. Der Verein fördert Sprachpatenschaften. Manuela Schwesig würdigte die Rolle der Projekte für einen offenen Umgang miteinander – und betonte die verbindende Wirkung: „Man muss auch an die denken, die schon im Land sind.“ Das solidarische Miteinander als eines der großen Anliegen Regine Hildebrandts.

Schwesig schmiedet Bündnis für Familie und Arbeitswelt

Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Familie und Beruf künftig besser zusammenpassen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und damit für die Familien und die Wirtschaft“, sagte Familienministerin Manuela Schwesig am Montag in Berlin.

Auf einem Konvent „Familie und Arbeitswelt – die neue Vereinbarkeit“ stellte Schwesig gemeinsam mit Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer und DGB-Vize Elke Hannack ein Memorandum vor. Darin haben sich die Partner aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften auf zehn Leitsätze verständigt, die zeigen, wie Familie und Berufstätigkeit künftig besser vereinbart werden können. Konkret geht es um Kinderbetreuung, Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Im Memorandum [PDF, 1,4 MB] heißt es unter anderem, familiengerechte Arbeitsbedingungen könnten einen wesentlichen Beitrag zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Angesichts der abnehmenden Zahl von Fachkräften bestehe die Chance, zusätzliche Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.

Standortvorteil Familienfreundlichkeit

Manuela Schwesig zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, mit Wirtschaft und Gewerkschaften „einen bemerkenswerten Konsens“ für eine neue Vereinbarkeit zu erreichen. „Mütter und Väter müssen die Möglichkeit haben Beruf und Familie tatsächlich zu vereinbaren. Dafür brauchen wir gute und verlässliche Kitas, Ganztagsschulen und eine neue Arbeitskultur, die auch Zeiten für Familien mitberücksichtigt, das heißt innovative Arbeitszeitmodelle und Rahmenbedingungen auf der Höhe der Zeit für alle: für Männer und Frauen als Eltern, Alleinerziehende, getrennt Lebende oder Pflegende“, sagte die SPD-Vize.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer betonte: „Da jede Familie und auch jeder Betrieb spezifische Bedürfnisse hat, gilt es, individuelle und passgenaue Lösungen vor Ort zu finden.“ Notwendig seien vor allem „hochwertige, bedarfsgerechte und bezahlbare Ganztagskitas und Ganztagsschulen“.

Mehr Informationen finden Sie unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

„Eine Frage der Menschenrechte.“

Die „HeForShe“-Kampagne der Vereinten Nationen fordert Männer und Jungen auf, sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rechte von Frauen einzusetzen. Denn noch immer werden Frauen weltweit stark benachteiligt.

Unterstützt wird die Kampagne von Weltstars wie dem Schauspieler Matt Damon und der Schauspielerin Emma Watson, die bei der Vorstellung der Kampagne ihre Forderung mit dem Satz: „Wir wollen, dass Diskriminierung aufhört“ auf den Punkt brachte. Die Kampagne setzt sich dafür ein, dass sich auch mehr Männer für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzen.

„Gleichstellung ist nicht nur ein Thema für Frauen. An der Gleichstellung von Mann und Frau lässt sich ablesen wie es eine Gesellschaft insgesamt mit den Menschenrechten hält,“ sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel und appelliert damit auch an diejenigen, die glauben, dass Frauenrechte vor allem eine Frauensache seien.

„Frauen haben mehr verdient“

„Frauen haben mehr verdient. Wir müssen und wollen alle zusammenarbeiten – Frauen und Männer in Deutschland und in der ganzen Welt. Derzeit haben aber vor allem viele Frauen nicht die gleichen Chancen und Rechte. Die Kampagne HeForShe will das ändern. Sie will das ändern, in dem sie dazu aufruft, dass sich vor allem Männer und Jungen erheben, um solidarisch für Gleichstellung einzutreten. Ich unterstütze die Kampagne #HeforShe und die Ziele, die sie verfolgt, ausdrücklich“, führt Gabriel fort.

Die SPD hat viel erreicht

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig unterstützt die Kampagne. Bereits am 9. März hat die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig an der 59. Sitzung der Frauenrechtskommission in New York teilgenommen. In ihrer Rede warb sie dafür, die Lebenswirklichkeit von Frauen zu verbessern und ihnen größere Teilhabechancen einzuräumen.

Die SPD hat in der Bundesregierung einiges für die Gleichstellung getan. So gilt seit Mai 2015 das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Mit dem Gesetz soll mittelfristig der Anteil von Frauen in Führungspositionen erheblich gesteigert und letztlich ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern erreicht werden. Darüberhinaus habt die SPD für Alleinerziehende eine deutliche steuerliche Verbesserung erreicht.

Es gibt viel zu tun

Dennoch. Weder in Deutschland und noch weniger in der Welt herrscht zwischen Männern und Frauen Chancengleichheit und Rechtegleichheit. Der SPD ist die Gleichstellung von Mann und Frau seit jeher ein Anliegen und wird es auch weiter bleiben. Frei nach August Bebel: „Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“