Schwesig schmiedet Bündnis für Familie und Arbeitswelt

Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Familie und Beruf künftig besser zusammenpassen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und damit für die Familien und die Wirtschaft“, sagte Familienministerin Manuela Schwesig am Montag in Berlin.

Auf einem Konvent „Familie und Arbeitswelt – die neue Vereinbarkeit“ stellte Schwesig gemeinsam mit Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer und DGB-Vize Elke Hannack ein Memorandum vor. Darin haben sich die Partner aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften auf zehn Leitsätze verständigt, die zeigen, wie Familie und Berufstätigkeit künftig besser vereinbart werden können. Konkret geht es um Kinderbetreuung, Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.

Im Memorandum [PDF, 1,4 MB] heißt es unter anderem, familiengerechte Arbeitsbedingungen könnten einen wesentlichen Beitrag zu einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Angesichts der abnehmenden Zahl von Fachkräften bestehe die Chance, zusätzliche Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.

Standortvorteil Familienfreundlichkeit

Manuela Schwesig zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, mit Wirtschaft und Gewerkschaften „einen bemerkenswerten Konsens“ für eine neue Vereinbarkeit zu erreichen. „Mütter und Väter müssen die Möglichkeit haben Beruf und Familie tatsächlich zu vereinbaren. Dafür brauchen wir gute und verlässliche Kitas, Ganztagsschulen und eine neue Arbeitskultur, die auch Zeiten für Familien mitberücksichtigt, das heißt innovative Arbeitszeitmodelle und Rahmenbedingungen auf der Höhe der Zeit für alle: für Männer und Frauen als Eltern, Alleinerziehende, getrennt Lebende oder Pflegende“, sagte die SPD-Vize.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer betonte: „Da jede Familie und auch jeder Betrieb spezifische Bedürfnisse hat, gilt es, individuelle und passgenaue Lösungen vor Ort zu finden.“ Notwendig seien vor allem „hochwertige, bedarfsgerechte und bezahlbare Ganztagskitas und Ganztagsschulen“.

Mehr Informationen finden Sie unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

„Eine Frage der Menschenrechte.“

Die „HeForShe“-Kampagne der Vereinten Nationen fordert Männer und Jungen auf, sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rechte von Frauen einzusetzen. Denn noch immer werden Frauen weltweit stark benachteiligt.

Unterstützt wird die Kampagne von Weltstars wie dem Schauspieler Matt Damon und der Schauspielerin Emma Watson, die bei der Vorstellung der Kampagne ihre Forderung mit dem Satz: „Wir wollen, dass Diskriminierung aufhört“ auf den Punkt brachte. Die Kampagne setzt sich dafür ein, dass sich auch mehr Männer für die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzen.

„Gleichstellung ist nicht nur ein Thema für Frauen. An der Gleichstellung von Mann und Frau lässt sich ablesen wie es eine Gesellschaft insgesamt mit den Menschenrechten hält,“ sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel und appelliert damit auch an diejenigen, die glauben, dass Frauenrechte vor allem eine Frauensache seien.

„Frauen haben mehr verdient“

„Frauen haben mehr verdient. Wir müssen und wollen alle zusammenarbeiten – Frauen und Männer in Deutschland und in der ganzen Welt. Derzeit haben aber vor allem viele Frauen nicht die gleichen Chancen und Rechte. Die Kampagne HeForShe will das ändern. Sie will das ändern, in dem sie dazu aufruft, dass sich vor allem Männer und Jungen erheben, um solidarisch für Gleichstellung einzutreten. Ich unterstütze die Kampagne #HeforShe und die Ziele, die sie verfolgt, ausdrücklich“, führt Gabriel fort.

Die SPD hat viel erreicht

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig unterstützt die Kampagne. Bereits am 9. März hat die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig an der 59. Sitzung der Frauenrechtskommission in New York teilgenommen. In ihrer Rede warb sie dafür, die Lebenswirklichkeit von Frauen zu verbessern und ihnen größere Teilhabechancen einzuräumen.

Die SPD hat in der Bundesregierung einiges für die Gleichstellung getan. So gilt seit Mai 2015 das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Mit dem Gesetz soll mittelfristig der Anteil von Frauen in Führungspositionen erheblich gesteigert und letztlich ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern erreicht werden. Darüberhinaus habt die SPD für Alleinerziehende eine deutliche steuerliche Verbesserung erreicht.

Es gibt viel zu tun

Dennoch. Weder in Deutschland und noch weniger in der Welt herrscht zwischen Männern und Frauen Chancengleichheit und Rechtegleichheit. Der SPD ist die Gleichstellung von Mann und Frau seit jeher ein Anliegen und wird es auch weiter bleiben. Frei nach August Bebel: „Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“