„Danke, ihr seid die Besten!“

Mit einem Empfang im Reichstagsgebäude haben SPD und Bundestagsfraktion am Samstag rund 400 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geehrt. Parteichef Sigmar Gabriel dankte den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für ihr Engagement: „Ihr seid die Besten der Partei!“

Christel Böhnke, Wolfram Krause und Bärbel Adolphs haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind SPD-Mitglieder und helfen irgendwo in Deutschland Flüchtlingen, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Am 29. August werden die Namen von Böhnke, Krause und Adolphs an die Wand des Sitzungssaals der SPD-Fraktion im Reichstagsgebäude projiziert. Alle paar Sekunden wechselt die Anzeige. Insgesamt sind es knapp 400 Namen, die dort angezeigt werden. So viele SPD-Mitglieder haben sich auf den Weg nach Berlin gemacht, um von Partei und Bundestagsfraktion für ihren Einsatz für Flüchtlinge geehrt zu werden.

Solidarität ist kein leeres Wort

„Wir sind stolz darauf, dass bei der Flüchtlingshilfe Sozialdemokraten in der ersten Reihe stehen“, sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion, Christine Lambrecht. Sie verspricht: „Wir lassen Euch bei Eurer Arbeit nicht allein.“ Der Empfang im Bundestag solle Dankeschön sein und die Möglichkeit bieten, Erfahrungen auszutauschen.

Von denen hat Harald Rinkens eine ganze Menge mitgebracht. Der pensionierte Bundeswehr-Offizier wohnt in Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern. Hier kamen die ersten Busse mit Flüchtlingen bereits im Herbst 2013 an. „Wir haben jeden einzelnen Flüchtling mit Kuchen begrüßt“, erzählt Rinkens im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Christina Kampmann. Mittlerweile bieten Rinkens und andere Engagierte einmal die Woche Fußball für die Flüchtlinge an, seit eineinhalb Jahren auch Deutschkurse. „Ohne Sprache gibt es keine Teilhabe an der Gesellschaft“, ist Rinkens überzeugt.

„Sozialdemokraten müssen Kümmerer sein“, sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel in seiner Rede, in der er den 400 versammelten Helfern, aber auch all denjenigen, die nicht nach Berlin kommen konnten, dankt. „Wir zeigen, dass Solidarität kein leeres Wort ist.“ Gabriel erinnert auch an die vielen Flüchtlinge in der Geschichte der SPD, ob sie sich während der Kaiserzeit verstecken mussten oder vor den Häschern der Nazis. „Ihr repräsentiert eine der stolzesten Traditionen der SPD“, lobt er die Versammelten und setzt sogar noch einen drauf: „Ihr seid die Besten der Partei.“

Verständnis schaffen

Einer von ihnen ist Cornelius Müller. Gemeinsam mit den Jusos hat er in München das „Junge Bündnis für Geflüchtete“ ins Leben gerufen. Der Gruppe gehören mittlerweile zwölf Jungendorganisationen an, die die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in München verbessern wollen, etwa indem sie Hilfe bei bürokratischen Fragen leisten. „Es melden sich immer mehr Gruppen aus anderen Städten, die auch so ein Bündnis gründen wollen“, erzählt Müller. Demnächst wollen sie auch in Schulen gehen, um dort Aufklärungsarbeit zu leisten.

Nora Zerta macht das schon. Mit dem Projekt „Flucht aus der Heimat – Im Dialog mit Flüchtlingen“ besucht sie mit Flüchtlingen Schulklassen, um Verständnis zu schaffen und Vorurteile abzubauen. „Wir wollen klar machen, dass die Menschen fliehen, weil sie müssen“, sagt sie

So viel Einsatz beeindruckt. „Ihr seid die helle Seite Deutschlands“, sagt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz und bittet: „Erhaltet sie weiter aufrecht!“ Und Familienministerin Manuela Schwesig sagt. „Ich bin heute besonders stolz, Sozialdemokratin zu sein.“