„Familien unterstützen, wie sie nun mal sind“

So viel Trubel erlebt das Café in Berlin-Kreuzberg selten. 40 alleinerziehende Mütter und Väter kamen am Samstagmittag mit Kindern in die Alte Feuerwache nach Berlin, um mit SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und Familienministerin Manuela Schwesig über ihren Alltag und ihre Probleme zu sprechen. Weitere Impressionen finden Sie in unserem Flickr-Fotoalbum.

Stellvertretend für 1,6 Millionen Alleinerziehende in Deutschland hatten beide SPD-Politikerinnen sie eingeladen, um den Bürger-Dialog nun im persönlichen Gespräch fortzusetzen – und noch mehr zu erfahren. „Viele Alleinerziehende haben uns über unsere Themenseite geschrieben, ihre persönliche Situation geschildert und um bessere Unterstützung der Politik gebeten“, sagt Manuela Schwesig. „Wir wollen ein offenes Ohr für die Anliegen behalten. Deshalb haben wir vierzig Frauen aus ganz Deutschland eingeladen mit uns in Berlin zu diskutieren, wie man ganz konkret die Situation von Alleinerziehenden verbessern kann“, so die SPD-Vize.

Großes Interesse, großes Engagement

Aus Stralsund beispielsweise, vom Bodensee, aus der Eifel, Hamburg, Dresden, Karlsruhe, Köln und natürlich aus Berlin waren die Mütter und Väter samt Kinder angereist, um die Chance zu nutzen, der Familienministerin und der SPD-Generalsekretärin ihren straff organisierten Alltag zu schildern. Ihre Sorgen, Nöte und Wünsche. Intensiv wurde darüber diskutiert, an welchen Stellen Alleinerziehende es schwerer noch als andere Eltern haben. Was besser werden muss, und was Politik dafür tun kann. Drei Stunden lang. Trotz sommerlicher Hitze.

„Heute Mittag haben mich die Alleinerziehenden abermals beeindruckt mit ihrer Energie, ihrem Engagement und ihrem Willen, den sie täglich aufbringen müssen. Dass wir heute auch viel Freude und gute Laune erleben durften, ermuntert mich umso mehr“, sagt Fahimi nach dem Treffen.

Den Alltag meistern

Entgegen der gängigen Vorurteile sehen viele Alleinerziehende ihre Lebenssituation überwiegend positiv. Selbstbewusst managen sie den Alltag mit Kindern und Job – obwohl sie meist größeren Herausforderungen gegenüberstehen als die meisten anderen Eltern. Kinder, die zum Armutsrisiko werden können, beispielsweise. Der Unterhaltsvorschuss, der genau dann endet, wenn Kinder richtig teuer werden. Kita und Schule mit Betreuungszeiten, die vielfach nicht die Arbeitszeit abdecken. Eine Gesellschaft, die ihre Leistung nur wenig anerkennt und wertschätzt. Dazu der ständige Druck, beweisen zu müssen: Ja, wir sind eine vollständige, vollwertige Familie!

Alleinerziehende stärken

„Politik kann nicht alle Probleme lösen“, räumt Yasmin Fahimi ein. „Und wir Politiker tun gut daran, dies von Zeit zu Zeit auch offen einzugestehen.“ Was Politik aber tun könne, sei, die Rahmenbedingungen zu verbessern. „Über mögliche Ansatzpunkte für diese Unterstützung haben wir heute lange diskutiert und einige gute Ideen gehört“, so die SPD-Generalsekretärin. „Auf diesem Weg wollen wir jetzt weitergehen.“

„Die SPD hat die Interessen der Alleinerziehenden im Blick“, bekräftigt Familienministerin Manuela Schwesig.  „Einen großen ersten Schritt haben wir durchgesetzt. Auf Druck der SPD wurde der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende deutlich angehoben. Zum ersten Mal seit seiner Einführung.“

Und auch an anderen Stellen hat die SPD was erreicht. Etwa beim ElterngeldPlus, von dem Alleinerziehende ebenfalls profitieren. Auch investiert der Bund weiter in den Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen.

Familie unterstützen, wie sie ist

Kommendes Wochenende will der Parteikonvent zudem weitere Verbesserungen beschließen: Die SPD will für Alleinerziehende einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für das Kind durchsetzen. Außerdem soll der Unterhaltsvorschuss verbessert werden.

Auch die Familienarbeitszeit, an der Manuela Schwesig derzeit arbeitet, ist für Alleinerziehende besonders interessant.

Ziel der SPD ist es, „Familien zu unterstützen, wie sie nun mal sind, auch und gerade Alleinerziehende“, so Fahimi. „Wir werden daher im Gespräch bleiben und die Situation von Alleinerziehenden hoffentlich weiter verbessern.“